Was ist ein HRIS? Funktionen, Abgrenzung & Vorteile
Ein HRIS (Human Resources Information System), im Deutschen auch Personalinformationssystem (PIS) genannt, ist eine Software, in der alle mitarbeiterbezogenen Daten zentral erfasst und administrative Personalprozesse abgebildet werden. Es dient als gemeinsame Datenbasis für Stammdaten, Arbeitszeiten, Abwesenheiten und Personaldokumente.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein HRIS ist das Kernsystem der Personalverwaltung und die zentrale Datenquelle („Single Source of Truth“): Daten werden einmal erfasst und stehen allen berechtigten Personen aktuell zur Verfügung.
- Typische Funktionen sind Stammdaten, digitale Personalakte, Zeiterfassung, Abwesenheiten, Self-Service und die vorbereitende Lohnabrechnung.
- HRIS, HCM und HRMS werden uneinheitlich verwendet. Meist steht HRIS für die Verwaltung, HCM zusätzlich für Talentmanagement.
- Viele Systeme kombinieren heute einen HRIS-Kern mit weiteren Modulen.
Was ist der Unterschied zwischen HR-Software und HRIS?
Die Begriffe HR-Software und HRIS werden im Alltag oft synonym verwendet, bezeichnen aber zwei unterschiedliche Ebenen:
- HR-Software ist der Oberbegriff für alle digitalen Anwendungen im Personalbereich. Das Spektrum reicht von Einzellösungen, etwa einem reinen Recruiting- oder Feedback-Tool, bis zu umfassenden Komplettsystemen.
- HRIS bezeichnet eine bestimmte Kategorie von HR-Software: das zentrale System für Stammdaten, Personaldokumente und wiederkehrende Verwaltungsprozesse wie Personalakte, Zeiterfassung, Abwesenheiten und vorbereitende Lohnabrechnung.
Faustregel: Jedes HRIS ist eine HR-Software, aber nicht jede HR-Software ist ein HRIS. Einen Überblick über Arten und Einsatzbereiche von HR-Software gibt unser Beitrag zur digitalen Mitarbeiterverwaltung.
Kernfunktionen eines HRIS
Ein Human Resources Information System konzentriert sich vor allem auf die quantitative, administrative und rechtssichere Personalarbeit. Zu den Standardmodulen gehören:
- Stammdaten und Organigramm: Pflege aller Mitarbeiterprofile (Kontaktdaten, Verträge, Notfallkontakte) und Darstellung von Team- und Berichtsstrukturen.
- Digitale Personalakte: Ablage von Verträgen, Zeugnissen und Nachweisen mit einem Berechtigungskonzept, das festlegt, wer welche Dokumente sehen darf.
- Zeiterfassung: Erfassung von Arbeitszeiten, Pausen und Überstunden.
- Abwesenheitsmanagement: digitale Anträge und Freigaben für Urlaub, Sonderurlaub und Elternzeit sowie die Erfassung von Krankmeldungen.
- Vorbereitende Lohnabrechnung: Abrechnungsrelevante Daten wie Arbeitszeiten, Fehlzeiten und Gehaltsänderungen werden gesammelt und strukturiert an Lohnsysteme oder Steuerberatung übergeben, zum Beispiel an DATEV.
- Self-Service für Mitarbeitende und Führungskräfte: Mitarbeitende ändern Adresse oder Bankdaten selbst; Führungskräfte genehmigen Anträge direkt im System.
HRIS vs. HCM vs. HRMS: Beispiel für die Abgrenzung
Die drei Begriffe werden in Fachliteratur und Anbietermarketing nicht einheitlich verwendet, gängig ist zum Beispiel diese Abgrenzung:
HRIS (Human Resources Information System):
- Schwerpunkt: Personaldaten und Verwaltung.
- Typische Module: Stammdaten, digitale Personalakte, Zeiterfassung, Abwesenheitsmanagement, Organisationsstrukturen.
HCM (Human Capital Management):
- Schwerpunkt: Talentmanagement und Mitarbeiterentwicklung, meist zusätzlich zu den HRIS-Funktionen.
- Typische Module: Recruiting, Onboarding, Leistungsbeurteilung, Weiterbildung, Nachfolgeplanung.
HRMS (Human Resource Management System):
- Schwerpunkt: Verwaltung und Steuerung von Personalprozessen in einem System.
- Wird teils gleichbedeutend mit HRIS verwendet, teils für breitere Systeme mit eigener Entgeltabrechnung.
In der Praxis verschwimmen die Grenzen: Viele Anbieter starten mit einem HRIS-Kern und ergänzen Module aus dem HCM-Bereich. Für die Auswahl der passenden Software zählt der tatsächliche Funktionsumfang.
HRIS in der Praxis: Das Beispiel HRlab
HRlab lässt sich im Kern als HRIS mit modularen HCM-Erweiterungen einordnen, das als zentrale Plattform und Datenquelle („Single Source of Truth“) fungiert.
- HRIS-Kern: digitale Personalakte mit Dokumenten- und Rechtemanagement, Organigramm, Employee Self Service und Mobile App. Dazu kommt das Zeitmanagement mit digitaler Zeiterfassung, Arbeitszeitkonten, Urlaubs- und Krankheitsverwaltung, Einsatzplanung, Dienstreisen und Reisekostenabrechnung.
- Lohnabrechnung und Prozesse: vorbereitende Lohnabrechnung mit Schnittstellen zu DATEV LODAS und DATEV Lohn und Gehalt, Workflows und Taskmanagement, People Analytics sowie ein Hinweisgebersystem (Whistleblowing). Weitere Systeme lassen sich über eine REST-API anbinden.
- HCM-Erweiterungen: Recruiting mit Bewerbermanagement, Multiposting und Karriereseite sowie Personalentwicklung mit Mitarbeitergesprächen, Zielvereinbarungen, Schulungsmanagement und 360-Grad-Feedback.
Unternehmen nutzen ein solches System als zentrale Basis: Die Daten müssen nur einmal erfasst werden, fließen automatisiert in Arbeitsverträge, Zeitkonten sowie Lohnlisten und stehen gleichzeitig für strategische HR-Entscheidungen zur Verfügung.
Was sind die Vorteile der Nutzung eines HRIS?
Der wichtigste Vorteil: Personaldaten liegen an einer Stelle und müssen nur einmal gepflegt werden.
- Weniger Datensilos: Verteilte Excel-Listen und Papierakten entfallen; alle arbeiten mit demselben Stand.
- Datenschutz unterstützen: Rollen und Berechtigungen regeln, wer welche Daten sieht. Änderungen werden protokolliert.
- Weniger Routineanfragen: Über Self-Service erledigen Mitarbeitende einfache Änderungen und Anträge selbst.
- Weniger Übertragungsfehler: Abrechnungsrelevante Daten gehen per Schnittstelle an die Lohnabrechnung, statt abgetippt zu werden.
- Auswertungen auf Knopfdruck: Kennzahlen wie Headcount, Fluktuation oder Überstunden stehen ohne manuelle Zusammenstellung bereit.
Wann lohnt sich die Einführung eines HRIS?
Ein HRIS lohnt sich, sobald manuelle Prozesse mit Excel-Listen und Papierakten mehr Aufwand verursachen als sie sollten. Typische Indikatoren für den Wechsel zu einem professionellen HRIS sind:
- Fehlende Übersicht über aktuelle Urlaubsansprüche und Krankheitsstände
- Hoher Abstimmungs- und Korrekturaufwand bei der monatlichen Lohnabrechnung
- Unsicherheiten bezüglich DSGVO-Konformität und Zugriffsrechten bei Mitarbeiterdaten
- Zunehmender Dokumentationsaufwand durch wachsende Team- und Standortstrukturen
Wie implementiert man am besten eine HR Software?
FAQ
Was heißt HRIS auf Deutsch?
HRIS steht für Human Resources Information System, auf Deutsch Personalinformationssystem.
Was ist ein Personalinformationssystem?
Ein Personalinformationssystem (PIS) ist eine Software, die alle Daten der Mitarbeitenden zentral erfasst, speichert und für Verwaltung und Auswertung bereitstellt. Der Begriff wird meist gleichbedeutend mit HRIS verwendet.
Welche Arten von Personalinformationssystemen gibt es?
Nach Einsatzzweck unterscheidet man operative Systeme für die laufende Verwaltung (Stammdaten, Zeiten, Abwesenheiten) und analytische Systeme für Auswertung und Planung. Nach Bereitstellung gibt es Cloud-Lösungen und lokal installierte Software. Nach Umfang reicht das Spektrum vom reinen Personalverwaltungssystem bis zur HR-Suite mit Recruiting und Personalentwicklung.
