Analyse

Statistik: Unternehmensgründungen in Deutschland & Learnings für HR

Marlen Kothen - HRlab

Marlen Kothen

am 30. Dezember 2025 • 4 Min. Lesezeit

Mut, Kreativität und Resilienz treiben nicht nur Start-ups voran – sie sind auch in mittelständischen Unternehmen entscheidend für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Laut der von HRlab beauftragten Statistik zu Unternehmensgründungen in Deutschland gehören Offenbach, Leverkusen und Berlin zu den Städten, in denen Unternehmergeist besonders sichtbar wird – dort, wo Herausforderungen angenommen und Chancen genutzt werden.

Statistik: Unternehmensgründungen in Deutschland & Learnings für HR

Statistik zu Unternehmensgründungen in Deutschland

Die in 2025 von HRlab beauftragte Analyse untersucht, wo Unternehmergeist besonders stark ist – auch unter schwierigen Rahmenbedingungen. Grundlage:

  • Strukturschwäche-Index: Misst wirtschaftliche und soziale Hürden einer Region anhand von BIP, Einkommen und Arbeitsmarktdaten.
  • Gewerbeanmeldungen 2024: Berücksichtigt alle Anmeldungen in den 400 deutschen Kreisen.

Kennzahlen: Pionier-Score: Alle Gewerbeanmeldungen, zeigt wirtschaftliche Dynamik trotz Herausforderungen. Neugründungs-Score: Nur Betriebsneugründungen, misst die echte unternehmerische Kraft.

Ergebnis: Das Ranking zeigt nicht nur, wo am meisten gegründet wird, sondern wo Gründer:innen besonders mutig sind und Herausforderungen überwinden. Hier geht es zur ganzen Studie.

Die 3 mutigsten Gründungsorte

Der Pionier-Score bewertet die Gründungsdynamik einer Region im Verhältnis zu ihren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen:

  1. Offenbach am Main: Spitzenreiter mit 1.034 Punkten. Hohe Gründungsaktivität trotz mittlerer struktureller Hürden.
  2. Leverkusen: Zweitplatzierter mit 949 Punkten. Außergewöhnlich viele Gewerbeanmeldungen bei mittleren Strukturhürden.
  3. Berlin: Dritter Platz mit 817 Punkten. Große Metropole mit hoher Gründungsdynamik und spürbaren Herausforderungen.

Was können Personalverantwortliche von diesen Städten lernen?

Die Statistik zeigt: Mut und Eigeninitiative sind oft wichtiger als perfekte Rahmenbedingungen. Das lässt sich direkt auf HR übertragen. Denn Mut, Kreativität, Resilienz und Risikobereitschaft sind nicht nur für Gründer:innen entscheidend, sondern können auch interne Teams stärken. Wer diese Eigenschaften gezielt mit Schulungen fördert, schafft ein Arbeitsumfeld, das Innovation und Anpassungsfähigkeit in den Vordergrund stellt und damit langfristig Wettbewerbsvorteile sichert.

Resilienz fördern

Gründer:innen in Städten wie Offenbach oder Leverkusen meistern Hindernisse wie begrenzte Ressourcen, unsichere Märkte oder hohe Konkurrenz. Unternehmen können daraus lernen, wie Teams Krisen konstruktiv begegnen und sich schnell an Veränderungen anpassen.

Praxisbeispiele für HR:

  • Trainings & Workshops: Stressmanagement-Seminare oder Resilienztrainings für Teams.
  • Feedback-Routinen: Regelmäßige Retrospektiven oder Feedback-Schleifen (z.B. 360 Grad Feedback), um Herausforderungen zu reflektieren und zu lernen.
  • „Lessons Learned“-Kultur: Nach Projekten gezielt Erfolge und Fehler analysieren, um kontinuierliches Lernen zu fördern.

Kreativität stärken

Innovative Lösungen entstehen dort, wo Standardprozesse an ihre Grenzen stoßen. HR kann dies unterstützen, indem sie kreative Freiräume schaffen.

Praxisbeispiele für HR:

  • Innovationsworkshops & Hackathons: Teams bekommen Raum, neue Ideen auszuprobieren.
  • Projektrotation & Cross-Teams: Mitarbeitende aus unterschiedlichen Abteilungen arbeiten gemeinsam an Projekten.
  • Ideenplattformen: Digitale Tools, in denen Vorschläge gesammelt und bewertet werden, fördern kontinuierliche Innovation.

Risikobereitschaft belohnen

Mut zur Umsetzung trotz Unsicherheit ist ein entscheidender Faktor für dynamische Projekte. HR kann diese Risikobereitschaft fördern, indem mutige Entscheidungen sichtbar anerkannt werden. Wichtig ist dabei auch, eine Kultur der Fehlertoleranz zu schaffen.

Praxisbeispiele für HR:

  • Erfolgsgeschichten teilen: Mutige Projekte im Intranet oder in Meetings vorstellen.
  • Awards & Incentives: Preise für innovative Lösungen oder mutige Entscheidungen.
  • Fehlertoleranz kommunizieren: Fehler als Lernchance präsentieren und offene Diskussionen fördern. Stichwort: Empathische Führung.

Eigeninitiative fördern

Gründer:innen handeln proaktiv und suchen aktiv nach Lösungen. Unternehmen können dies spiegeln, indem sie Mitarbeitern Verantwortung übertragen und klare Entscheidungsräume schaffen.

Praxisbeispiele für HR:

  • Selbstorganisierte Projekte: Mitarbeiter können eigenständig Projekte planen und durchführen.
  • Mentoring-Programme: Erfahrene Kollegen begleiten Mitarbeiter, um eigenverantwortliches Handeln zu fördern.
  • Zielvereinbarungen: Klare Ziele mit Freiheit in der Umsetzung motivieren zur Eigeninitiative. Moderne Unternehmen setzen dabei auf Softwareunterstützung.

Adaptionsfähigkeit stärken

In Gründerstädten ist die Fähigkeit, Chancen schnell zu erkennen und Strategien anzupassen, überlebenswichtig. HR kann und sollte dies in Unternehmen fördern.

Praxisbeispiele für HR:

  • Projektrotation & Job-Shadowing: Mitarbeiter lernen verschiedene Aufgaben und Perspektiven kennen.
  • Kontinuierliches Feedback: Regelmäßige Entwicklungs- und Zielgespräche helfen, Stärken auszubauen und - Anpassungsfähigkeit zu fördern. Im Idealfall werden diese direkt innerhalb der Personalakte protokolliert.
  • Weiterbildung & Upskilling: Interne Schulungen oder externe Trainings, z. B. zu agilen Methoden oder neuen Technologien.

Fazit: 3 Takeaway für HR

Die Analyse der mutigsten Gründungsorte Deutschlands zeigt: Unternehmergeist entsteht dort, wo Herausforderungen angenommen und Chancen genutzt werden und das nicht nur dort, wo alles perfekt läuft. Für HR bedeutet das:

  • Mut, Resilienz, Kreativität, Eigeninitiative und Risikobereitschaft sind Kernkompetenzen, die Teams stärken und Innovation fördern.
  • Fördern statt nur fordern: Mit gezielten Maßnahmen wie Mentoring, Projektrotation, Innovationsworkshops oder einer Kultur der Fehlertoleranz können diese Eigenschaften systematisch entwickelt werden.
  • Praxisnahe Orientierung: HR kann von Gründer:innen lernen, wie Teams Herausforderungen konstruktiv meistern, flexibel auf Veränderungen reagieren und neue Ideen erfolgreich umsetzen.
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