360-Grad-Feedback Anbieter: Tool-Überblick, Checkliste und Implementierung
360-Grad-Feedback Anbieter ermöglichen im Rahmen der Personalentwicklung, Leistung und Kompetenzen aus mehreren Perspektiven zu betrachten – durch Bewertungen von Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeitenden und teils sogar Kunden. Wir zeigen, welche digitalen Lösungen es gibt, worauf Sie bei der Anbieterauswahl achten sollten und welche Systeme am besten zu Ihrem Unternehmen passen.

Das Wichtigste in Kürze
- 360-Grad-Feedback ermöglicht, Leistung und Kompetenzen aus mehreren Perspektiven zu bewerten und die Personalentwicklung datenbasiert zu gestalten.
- Digitale Feedback-Tools erleichtern KMU Prozesse, bieten zentrale Auswertungen und unterstützen Entwicklungsgespräche mit klaren Empfehlungen.
- Wichtige Kriterien bei der Anbieterwahl sind flexible Fragebögen, intuitive Bedienung, automatisierte Abläufe, leistungsstarke Analysen und DSGVO-konforme Datenspeicherung.
- Die passende Lösung hängt von Ziel, Teamgröße und HR-Systemen ab und kann eigenständige Tools, integrierte HR-Software oder beratende Dienstleister umfassen.
Wann lohnt sich ein 360-Grad-Feedback?
Ein 360-Grad-Feedback lohnt sich besonders, wenn Sie:
- Ihre Führungskräfte gezielt entwickeln möchten,
- eine offene Feedbackkultur aufbauen wollen,
- objektivere Leistungsbeurteilungen wünschen,
- oder Ihre Personalentwicklung datenbasiert gestalten.
Warum digitale 360-Grad-Feedback-Tools sinnvoll sind
Gerade mittelständische Unternehmen profitieren von digitalen 360-Grad-Feedback-Tools, da sie den gesamten Prozess deutlich vereinfachen. Statt manueller Erhebungen über Excel oder Papierformulare ermöglichen Softwarelösungen eine strukturierte, anonyme und zeitsparende Durchführung.
Automatisierte Einladungen und Erinnerungen erhöhen die Beteiligungsquote, während zentrale Auswertungen Führungskräften helfen, Stärken, Entwicklungsfelder und Trends auf einen Blick zu erkennen. Für KMU mit flachen Hierarchien schaffen solche Tools zur Mitarbeiterbefragung zudem Vertrauen, da Feedback vertraulich verarbeitet wird und Ergebnisse objektiv, vergleichbar und nachvollziehbar bleiben. So wird 360-Grad-Feedback nicht nur erhoben, sondern gezielt für Entwicklungsgespräche und Personalentwicklung genutzt.
Auf welche Funktionen sollten Sie bei der Auswahl achten?
Bei der Entscheidung für einen 360-Grad-Feedback Anbieter kommt es nicht nur auf den Preis oder die Zahl der Teilnehmenden an, sondern vor allem auf die richtigen Funktionen. Achten Sie darauf, dass das Tool flexible Fragebögen bietet, die Sie an Ihre Firmenwerte oder Kompetenzmodelle anpassen können. Eine automatisierte Einladungs- und Erinnerungsfunktion spart Zeit und vermeidet Ausfälle im Prozess. Wichtig ist außerdem eine intuitive Oberfläche, die Mitarbeitende ohne Schulungsaufwand bedienen können. Leistungsstarke Analyse- und Reportingfunktionen helfen, Ergebnisse übersichtlich darzustellen und Trends zu erkennen.
Wichtig: Da Feedback sensible Daten enthält, sollten DSGVO-Konformität, Serverstandort in der EU und klar geregelte Zugriffsrechte ebenso selbstverständlich sein wie sichere Export- und Integrationsmöglichkeiten in bestehende HR-Systeme. Ein gezielter Vergleich hilft, eine Lösung zu finden, die sowohl professionell wirkt als auch zu Größe und Struktur Ihres Unternehmens passt.
360-Grad-Feedback Anbieter
| Kategorie | Beschreibung | Vorteile | Nachteile | Beispiele |
|---|---|---|---|---|
| Eigenständige 360-Feedback-Tools | Spezialisierte Tools für KMU, die Feedback-Prozesse selbstständig gestalten möchten. Sie bieten anpassbare Fragebögen, automatisches Reporting und anonymes Datensammeln. | Hohe Kontrolle, flexible Anwendung, geringer Implementierungsaufwand. | Separate Systeme können zusätzlichen administrativen Aufwand bedeuten. | HRInstruments, Kultify |
| 360-Grad-Feedback als Teil integrierter HR-Software | Ganzheitliche HR-Systeme, die 360°-Feedback-Module im Rahmen von Performance- oder Talent-Management-Prozessen integriert anbieten. | Zentrale Datenverwaltung, einheitliches Reporting, nahtlose Integration ins HR-System. | Eingeschränkte Anpassungsfreiheit und geringere Spezialisierung auf Feedback-Prozesse. | HRlab, Personio |
| 360-Grad-Feedback-Dienstleister | Anbieter, die Unternehmen bei Beratung, Prozessdesign, Umsetzung und Ergebnisaufbereitung umfassend begleiten. | Maximale Unterstützung, professionelle Begleitung und individuelle Prozessgestaltung. | Höhere Kosten, weniger Eigensteuerung möglich. | Korn Ferry, Crews & Captains |
Welches 360-Grad-Feedback-Tool ist am besten für KMU geeignet?
Die passende Lösung hängt von Ihrem Ziel, Ihrer Teamgröße und Ihren bestehenden HR-Systemen ab.
- Für schnelle Einführung: eigenständige Tools mit Vorlagen und intuitiver Bedienung.
- Für langfristige Integration: HR-Software mit eingebautem Feedbackmodul.
- Für strategische Entwicklung: Beratungsanbieter mit Expertise und Begleitung.
Unabhängig von der gewählten Lösung gilt: Ein klar strukturierter, datenschutzsicherer und regelmäßig wiederholter Feedbackprozess stärkt nicht nur die Mitarbeiterentwicklung, sondern auch das Vertrauen in die Unternehmenskultur.
360 Grad Feedback mit HRlab
Mit HRlab holen Sie Feedback zu Mitarbeitenden aus verschiedenen Perspektiven – 90°, 180° oder 360° – in nur wenigen Klicks ein - für ein klares, differenziertes Bild von Leistungen, Kompetenzen und Entwicklungspotenzialen.

Checkliste zur Auswahl eines 360-Grad-Feedback Anbieters
Nutzen Sie diese Fragen, um zu prüfen, welche Lösung wirklich zu Ihrem Unternehmen passt:
Ziele & Nutzen
- Was möchten wir mit dem 360-Grad-Feedback konkret erreichen – Führungskräfteentwicklung, Mitarbeitergespräche oder Kulturwandel?
- Soll das Feedback regelmäßig oder projektweise eingesetzt werden?
Funktionen & Bedienbarkeit
- Können wir Fragebögen und Bewertungslogiken an unsere Anforderungen anpassen?
- Lässt sich das System intuitiv bedienen – auch für Mitarbeitende ohne IT-Kenntnisse?
- Gibt es automatisierte Abläufe für Einladungen, Erinnerungen und Reports?
Integration & Technik
- Passt das Tool zu unserer bestehenden HR-Software oder unserem Performance-Management-System?
- Können wir Reports und Daten sicher exportieren und weiterverarbeiten?
Datenschutz & Vertrauen
- Ist der Anbieter DSGVO-konform und werden Daten auf EU-Servern gespeichert?
- Wie stellt die Lösung die Anonymität der Feedbackgeber sicher?
Kosten & Skalierbarkeit
- Welche Lizenz- oder Paketmodelle passen zu unserer Unternehmensgröße und Feedbackfrequenz?
- Können wir flexibel wachsen, ohne hohe Zusatzkosten zu verursachen?
Service & Support
- Unterstützt der Anbieter bei Einführung, Schulung und Prozessgestaltung?
- Gibt es deutschsprachigen Support und Ansprechpartner bei Fragen?
So arbeitet ein 360-Grad-Feedback Tool in der Praxis
In der Praxis entscheidet nicht nur das Feedbackkonzept, sondern vor allem die saubere Umsetzung über den Erfolg eines 360-Grad-Feedbacks. Am Beispiel von HRlab zeigen wir, wie ein Feedbackprozess konkret umgesetzt werden kann.
Schritt 1: Feedbackprozess anlegen und konfigurieren
Zu Beginn wird ein neuer Feedbackprozess erstellt. Dabei können allgemeine Informationen wie Name, Laufzeit, Wiederholungsintervall und weitere Details festgelegt werden. Diese Konfiguration sorgt dafür, dass der Prozess sowohl einmalig als auch regelmäßig wiederkehrend eingesetzt werden kann und alle Beteiligten klare Rahmenbedingungen haben.
Schritt 2: Formular und Feedbackperspektiven festlegen
Im nächsten Schritt wird ausgewählt, welches Formular jeder Teilnehmer beantworten soll. Gleichzeitig lässt sich definieren, ob das Feedback anonym abgegeben wird und in welchem Umfang die Anonymisierung umgesetzt wird. Außerdem wird festgelegt, aus welchen Perspektiven Feedback eingeholt werden soll: Selbsteinschätzung des Teilnehmers, Beurteilung durch den direkten Vorgesetzten oder durch Kollegen auf gleicher Hierarchieebene. Auch die Einbeziehung weiterer Mitarbeitender, die nicht in direkter organisatorischer Verbindung zum Teilnehmer stehen, ist möglich. Für jede aktivierte Perspektive können individuelle Abgabefristen hinterlegt werden, um eine strukturierte und verbindliche Durchführung sicherzustellen.
Schritt 3: Teilnehmer hinzufügen und Feedbackanfragen generieren
Anschließend werden die Teilnehmenden in den Prozess aufgenommen. Auf Basis der definierten Rollen und Feedbackperspektiven werden automatisch die entsprechenden Feedbackanfragen generiert. Die Anfragen werden jedoch erst verteilt, sobald der Prozess aktiv gestartet wird, sodass Unternehmen die Kontrolle über den Zeitpunkt der Durchführung behalten. Zudem können zusätzliche Feedbackgeber flexibel hinzugefügt werden, falls weitere Rückmeldungen gewünscht sind.
Schritt 4: Fortschritt überwachen
Während der laufenden Feedbackrunde lässt sich der Fortschritt jederzeit einsehen. Unternehmen haben dabei die Möglichkeit, den Gesamtfortschritt, den Fortschritt je Perspektive und den Stand auf Teilnehmerebene zu verfolgen. Diese Transparenz ermöglicht eine aktive Begleitung des Prozesses und erleichtert die Planung weiterer Schritte.
Schritt 5: Feedback auswerten und exportieren
Nach Abschluss des Feedbackprozesses können die Ergebnisse über die Auswertungsfunktion eingesehen werden. Die Antworten werden grafisch nach den jeweiligen Position aggregiert dargestellt. Für weiterführende Analysen oder individuelle Berichte lassen sich alle Antworten bequem exportieren, um sie in bestehende HR- oder Entwicklungsprozesse zu integrieren.
FAQ - Die wichtigsten Fragen auf einen Blick
360-Grad-Feedback ist ein strukturiertes Verfahren, bei dem eine Person nicht nur von der eigenen Führungskraft, sondern zusätzlich von Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeitenden und oft auch von externen Partnern bewertet wird. Durch diese Rundumsicht entsteht ein umfassendes Bild von Leistungen, Verhalten und Entwicklungspotenzial im Arbeitsalltag.
Es gibt eine große Bandbreite an 360-Grad-Feedback-Software – von spezialisierten Feedback-Tools bis hin zu Modulen in umfassenden HR-Suiten. Beispiele sind unter anderem easyfeedback, rexx systems, Rogator (Rog360), FEEDWARE, SurveySparrow, HRlab, Personio, Qualtrics, eloomi, Spidergap, Alchemer sowie internationale Lösungen wie das 360-Tool0-Tool von Mercer | Mettl.
Ein 360-Grad-Feedback-Tool ist eine Softwarelösung, mit der Unternehmen strukturierte 360-Grad-Feedbackprozesse digital planen, durchführen und auswerten können. Ein Tool wie HRlab verschickt zum Beispel Einladungen, sammelt anonyme Rückmeldungen aus verschiedenen Perspektiven (z. B. Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeitende, Selbstbild), bündelt die Daten und stellt sie in übersichtlichen Berichten für Führungskräfte und HR bereit.
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