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Was Stellenausschreibungen wirklich brauchen (und was nicht)

30. Januar 2020
Mit weniger Jobanforderungen steigt die Bewerberauswahl und somit die Sicherheit, einen passenden Kandidaten zu finden. © zakokor – stock.adobe.com

Warum Sie mit überladenen Stellenausschreibungen nicht die richtigen Kandidaten finden – Bei Stellenausschreibungen wird leider oft der Fantasie freien Lauf gelassen. So werden Stellenausschreibungen zu Fantasy-Romanen – und solche sind nicht selten. Doch sicher ist: Wenn Sie aus Ihren Stellenausschreibungen Romane machen, können Sie Ihre Bewerbersuche vergessen. Zu lange Stellenausschreibungen werden nicht nur nicht gelesen, sondern machen auch nicht deutlich, welche von den 100 Fähigkeiten und Jobanforderungen wirklich gefragt sind. Was braucht also eine gute Stellenausschreibung?

 

Mit guten Stellenausschreibungen gute Kandidaten finden

Wollen Sie die wirklich richtigen Kandidaten für Ihre offenen Stellen finden, müssen diese längst nicht jede noch so nützliche Fähigkeit mitbringen. Am Ende haben Sie die richtigen Kandidaten gefunden, wenn diese den notwendigen Elan zeigen und nach einer ausreichenden Einarbeitungszeit alle Aufgaben bestens umsetzen.

Von der Idee, es gäbe bereits die perfekten Kandidaten, die keinerlei Einarbeitung bedürfen, können Sie sich verabschieden. Solche Kandidaten existieren schlicht und einfach nicht. Selbst wenn die Chefs großer Konzerne ihre Positionen tauschen, könnte der eine nicht den Job des jeweils anderen übernehmen, ohne sich vorher in die bestehenden Prozesse einzuarbeiten.

 

Stellenausschreibungen sind Marketing

Egal, zu welchem Zeitpunkt Sie Stellenausschreibungen posten – es gibt immer Millionen weiterer Jobs, die zum Angebot stehen. Ihre Stellenausschreibung muss darum aus unzähligen weiteren herausstechen. Stellenausschreibungen sind folglich in erster Linie Marketing.

Darum sollten Ihre Jobangebote nicht mit kleinsten Fähigkeiten überladen sein. Geben Sie vielmehr einen generellen Überblick zu den Anforderungen. Bleiben Sie dabei dennoch transparent genug, indem Sie alle essentiellen Anforderungen aufzählen.

 

Was bedeutet Marketing für offene Stellen?

Wenn Bewerber ihre Lebensläufe schreiben, dann wollen sie sich bestmöglich verkaufen. Genauso sollte es das Ziel von Stellenausschreibungen sein. Diese sollten die spezifische Position und das Unternehmen bestmöglich präsentieren. Allerdings ist, anders als beim klassischen Marketing, die Zielgruppe kleiner. Je nach Jobsparte kann die Zielgruppe sogar sehr klein ausfallen.

Und auch im klassischen Marketing wird längst nicht jedes noch so kleine Produktdetail angepriesen. Eine Marketing-Kampagne ist dann erfolgreich, wenn herausragende Leistungsmerkmale und somit der Kern des Angebots hervorgehoben werden. Sie ziehen also auch die richtigen Kandidaten an Land, wenn nur die wesentlichen Anforderungen dargeboten werden.

 

Warum nicht alle Anforderungen abbilden?

Für diese Frage gibt es zwei Antworten: 1. die Kandidaten hören auf, Stellenausschreibung zu lesen, wenn ihnen diese zu lang sind. Sie bewerben sich schließlich nicht. 2. kann es passieren, dass sich die besten Leute nicht bewerben, weil sie befürchten, nicht alle Anforderungen erfüllen zu können.

Mit anderen Worten: Mit jeder zusätzlichen Anforderung sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Bewerbung. Mit weniger Jobanforderungen steigt hingegen die Bewerberauswahl und somit auch die Sicherheit, einen passenden Kandidaten zu finden.

 

Lernfähigkeit und Lernbereitschaft als Basis

Unternehmen sind im ständigen Wandel. Im Grunde brauchen sie darum Leute, die lernbereit und anpassungsfähig sind, denn jeder einzelne Mitarbeiter im Unternehmen muss sich stetig neuen Veränderungen anpassen. Die Fähigkeiten, die heute gefragt sind, können schon morgen ganz anders aussehen. Stellen Sie also Leute ein, die sich immer neue Fähigkeiten aneignen können und wollen.

Wie Sie diese Lernbereitschaft feststellen? Im Prinzip beweist doch jeder mit einer abgeschlossenen Ausbildung, egal welcher Art, dass er lernfähig ist. Auch Kandidaten, die bereits eine Stelle gewechselt haben, zeigen ganz klar, dass sie sich neue Dinge aneignen können.

Sagen wir es also so: Nahezu jeder kann neue Dinge lernen. Ob Kandidaten aber auch neue Dinge wirklich lernen wollen, das können Sie schließlich im Interview herausfinden. Die Kandidaten können dann zeigen, wie sie neue Dinge lernen, wie sie einen Jobwechsel angehen und welche Weiterbildungen und Schulungen sie genossen haben.

 

Fazit: Auf das Wesentliche konzentrieren

Stellenausschreibungen müssen längst nicht alles abdecken, was eine Stelle möglicherweise erfordern könnte. Ihr Ziel ist es vielmehr, einen generellen Überblick zu bieten. Es handelt sich so gesehen um ein Marketing-Dokument für die zu besetzende Stelle. Nur so können Sie zwischen den unzähligen Jobangeboten auf dem Jobmarkt hervorstechen. Fokussieren Sie sich also auf die grundlegenden Anforderungen und verfassen Sie keinesfalls Romane.