So geht Recruiting heute

7. August 2019
Wie das Recruiting im digitalen Zeitalter aussieht. © ilkercelik – stock.adobe.com

Recruiting-Maßnahmen im digitalen Zeitalter und wie es zukünftig funktioniert – Mit Fortschreiten der Digitalisierung sind Unternehmen immer mehr gezwungen auf digitale Prozesse umzusteigen. Auch in der Personalarbeit werden Prozesse verstärkt digital umgesetzt. In dem Zuge erfährt auch das Recruiting einen Wandel. Wie sieht das Recruiting im digitalen Zeitalter aus und warum erfolgt es am besten digital?

 

1. Die unternehmenseigene Webseite

Unternehmen nutzen ihre unternehmenseigene Webseite, um Jobangebote im Internet zu platzieren. Sie sind einfach zugänglich und auf Zielgruppen ausgerichtet. Eine professionelle Gestaltung und eine verständliche Benutzerführung sind dabei wichtig. Von Vorteil ist außerdem eine besonders ansprechende Gestaltung der Jobangebote durch unterhaltende Aspekte. So wird das Interesse potenzieller Bewerber besonders geweckt und ein positiver Eindruck entsteht.

 

2. Jobbörsen

Über Online-Jobbörsen können Arbeitgeber und Arbeitsuchende zueinander finden. Durch eine Platzierung von Jobanzeigen auf diesen Portalen stoßen Stellensuchende auf Unternehmen, auf welche sie möglicherweise durch eigenständige Online-Recherche nicht aufmerksam geworden wären.

Virtuelle Recruiting-Messen im Web bieten Unternehmen zusätzlich die Möglichkeit, sich potenziellen Bewerbern vorzustellen. Diese können sich umfassend über Unternehmen und deren Jobangebote informieren und somit Unternehmen vorab kennenlernen.

 

3. Soziale Netzwerke

Neben Newsgroups und Virtual Communities spielen heute soziale Netzwerke für das Recruiting eine zentrale Rolle. Newsgroups fungieren als offene Diskussionsforen, die eine erste Kontaktanbahnung von Unternehmen und Stellensuchenden fördern. Virtual Communities unterstützen vor allem einen interaktiven Informationsaustausch zwischen den Parteien.

Ebenso können über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Xing und LinkedIn potenzielle Bewerber gezielt auf einer neuen Kommunikationsebene erreicht werden. Zu den zentralen Strategien des Social Recruiting zählen eine direkte Ansprache möglicher Bewerber (Active Sourcing) und die Bekanntmachung des Unternehmens (Employer Branding). Die Mitarbeitergewinnung über soziale Netzwerke kann dabei besonders kreativ und individuell gestaltet werden.

 

4. Mobile Recruiting

Auch in der Jobsuche kommen mobile Endgeräte zunehmend zum Einsatz. Dadurch verändert sich die Art und Weise des Bewerbungsprozesses sowie die Mitarbeitergewinnung. Die Bewerbersuche muss mobil ausgerichtet sein und beispielsweise durch Apps oder mobile Bewerbungsformulare unterstützt werden. Entscheidend ist, dass die Stellenangebote dem Informationsbedürfnis verschiedener Nutzungssituationen angepasst sind.

 

5. Recruiting-Management-Systeme

Die digitale Umsetzung von Recruiting-Prozessen kann durch entsprechende Systeme unterstützt werden. Sie automatisieren und vereinfachen die Recruiting-Prozesse. Dabei bieten die Systeme verschiedene Funktionen, mittels derer die wesentlichen Prozesse des Bewerbermanagements umgesetzt werden.

Im Idealfall unterstützt ein Bewerbermanagementsystem den kompletten Bewerbungsablauf. Dazu zählen die Ermittlung der Zielgruppe, die Erstellung von Stellenanzeigen und die Verwaltung von Bewerbungen. Darüber hinaus steuert es die Kommunikation mit Bewerbern und bietet eine Auswertung genutzter Kanäle. Die meisten Lösungen können sogar den spezifischen Anforderungen eines Unternehmens angepasst werden, um den individuellen Recruiting-Prozess des Unternehmens passgenau zu unterstützen.

Schließlich werden so der gesamte Arbeitgeberauftritt im Internet sowie Jobausschreibungen medienübergreifend gemanaged. Weitere Möglichkeiten sind die automatische Klassifikation eingegangener Bewerbungen, indem das System die Anforderungen an eine Stelle mit der Qualifikation eines Bewerbers abgleicht. Darüber hinaus unterstützen sie die Einführung neuer Mitarbeiter ins Unternehmen und erfassen deren weitere Entwicklung.

 

Warum digitales Recruiting?

Nicht nur weniger Kosten und Zeitaufwand sind gute Gründe für digitale Recruiting-Maßnahmen. Ebenso werden Daten leichter zugänglich und können schneller und fehlerfrei ausgewertet sowie geteilt werden. Mit einem optimierten Datenmanagement geht eine hohe Informationsqualität einher, welche eine verbesserte Entscheidungsfindung ermöglicht. Durch eine einheitliche Verwaltung von Daten, Dokumenten und Unterlagen werden obendrein einzelne Prozesse effizienter. Ein standardisiertes Datenmanagement erlaubt außerdem eine zielgerichtete Analyse und Wiederverwendung von Daten.

Der Einsatz von Informationssystemen im Recruiting erleichtert vor allem das Selektionsverfahren von Bewerbern. Darüber hinaus entsteht ein Überblick über den Status jeder Bewerbung und die Kommunikation über verschiedene Kanäle ist übersichtlicher. Dadurch entsteht Transparenz für alle Beteiligten.

Im Personalmarketing bietet das Internet eine große Reichweite, da es weltweit verfügbar ist. Durch Nutzung von Chats und Simulationen kann die Interaktion mit potenziellen Bewerbern zusätzlich gesteigert werden. Gleichermaßen kann eine zielgruppenorientierte Ansprache von Bewerberkreisen sowie eine personalisierte Kontaktaufnahme mit einzelnen Bewerbern erfolgen. Letztlich wird so auch ein zeitgemäßes und innovatives Unternehmensimage gefördert.

Obendrein wird die Effizienz von Arbeitsprozessen gesteigert. Diese entsteht vor allem durch eine einheitliche Verwaltung von Daten, Dokumenten und Unterlagen.

 

Fazit

Sei es die eigene Unternehmenswebseite oder auch Online-Jobbörsen, Social Media oder Recruiting-Management-Systeme – im Recruiting existieren heute immer mehr Möglichkeiten, die Aufmerksamkeit der Bewerber zu erreichen, das Unternehmen attraktiv zu platzieren und den gesamten Bewerbungsprozess zu erleichtern. Ohne digitales Recruiting haben Unternehmen darum immer weniger Chancen, die besten Kandidaten zu erreichen und zu halten. Es bestehen also keine Zweifel: Ohne digitales Recruiting sind Unternehmen chancenlos im War for Talents.