Hypervernetzung von Mitarbeitern mit KI managen

25. September 2019
Die Hypervernetzung stellt die HR vor neue Herausforderungen, doch KI kann helfen. © Patrick Daxenbichler – stock.adobe.com

Die Hypervernetzung stellt die HR vor neue Herausforderungen, doch KI kann helfen – Instant Messaging, soziale Arbeitsnetzwerke, Kollaborationstools und die berüchtigten Millennials stehen für die heutige Hypervernetzung von Arbeitskräften. Daraus ergeben sich neue Ansprüche an den heutigen Arbeitsplatz. Millennials und Folgegenerationen sind Digital Natives, die es gewohnt sich, dank ihrer Hypervernetzung jegliche Informationen mit nur wenigen Fingertipps zur Verfügung zu haben. Die Hypervernetzung von Mitarbeitern stellt die HR jedoch vor neue Herausforderungen. Ein Lösungsansatz: Künstliche Intelligenz.

 

Arbeitsmuster und Verhaltensweisen ändern sich

Der durch Hypervernetzung hervorgerufene Wandel der Arbeitswelt zeigt sich nicht nur an den Generationen. Ebenso verändert sich das Arbeitsverhalten. Kaum jemand wartet heute noch länger als 3 Sekunden, bis eine Seite geladen hat. Gleiches Verhalten zeigt sich beim Zugang zu Informationen. Mitarbeiter haben durch mobile Endgeräte wie Smartphone und Tablet einen kontinuierlichen Zugang zu E-Mails und Arbeitssystemen. Daraus resultiert eine gewisse Erwartung, dass jeder zu jeder Zeit erreichbar ist und zur Verfügung steht.

Neben dieser kontinuierlichen Informationsverfügbarkeit verändern sich auch traditionelle Arbeitsmuster. Der gewöhnliche 9/5-Job ist längst nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr stehen flexible Arbeitszeiten und Fernarbeit auf der Tagesordnung. Die Hypervernetzung gefördert durch innovative Technologien bewirkt somit einen Wandel der Arbeitswelt.

 

Wenn Technologie ihre Grenzen erreicht

Moderne Technologie erleichtert Arbeitsprozesse und stimmt die Arbeitskraft von heute zufrieden. Diverse Tools unterstützen die Vernetzung der Mitarbeiter und halten jeden einzelnen über verschiedene Arbeitsprozesse auf dem Laufenden. Dennoch erreicht die Technologie ihre Grenzen, wenn es darum geht, die richtige Person für ein bestimmtes Anliegen ausfindig zu machen. Vor allem, wenn sämtliche Mitarbeiter über den ganzen Globus verteilt arbeiten und sich einzelne Mitarbeiter eigentlich nicht richtig kennen.

An dieser Stelle kommt künstliche Intelligenz ins Spiel. Dank intelligenter Algorithmen können Mitarbeiter und Fernarbeiter über den gesamten Globus verteilt für bestimmte Projekte gematcht werden. Mit nur einem Klick führt der Algorithmus passende Mitarbeiter basierend auf ihren vorherigen Erfahrungen sowie ihrer Expertise und Interessen zusammen. Bei Bedarf nach einer gewissen Expertise oder bei Notwendigkeit einer bestimmten Ressource können so schließlich die entsprechenden Mitarbeiter zusammengeführt werden.

Dazu werden vorab gewisse Informationen benötigt. Quellen solcher Informationen können Lebensläufe oder auch Profile sozialer Netzwerke sein. Darauf basierend kann der Algorithmus ähnliche Skills empfehlen, um jemandes Profil zu erweitern. Das Profil einzelner Mitarbeiter wird überdies automatisch up-to-date gehalten. Daraus entsteht das Erlebnis, dass die Suche nach Expertise dank einer hypervernetzten Arbeitswelt weder an einen Aufwand noch an Frustration geknüpft ist.

 

Tech-getriebenes Networking ist gefragt

Alles wird digitaler und die Menschen werden durch Technologien mehr und mehr vernetzt. Es wird darum immer relevanter, die Technologien auch zum Networking und Bilden von Communities zu nutzen. Soziale Netzwerke stellen dazu bereits einen guten Ansatz dar, aber eine manuelle Suche oder ein sich gegenseitiges Vorstellen ist dennoch erforderlich. In Zukunft kann KI diese Lücke überbrücken, indem automatisch Leute zusammengeführt werden, die miteinander vernetzt sein sollten – und das kontinuierlich.

 

Mit zukünftigen Herausforderungen umgehen

Die Automatisierung durch KI bringt jedoch auch zukünftige Herausforderungen mit sich. Manche Jobs könnten überflüssig werden, indem sie von der Technik abgelöst werden und durch diese automatisiert erfolgen. Damit Mitarbeiter ihren Job nicht verlieren und weiterhin beschäftigt werden können, müssen Unternehmen die Fähigkeiten und Skills all ihrer Mitarbeiter kennen. Viele Unternehmen haben jedoch keinen vollständigen Überblick über die Qualifikation einzelner Teams – vor allem weil der Trend der Fernarbeit eine gewisse Distanz bedingt.

Um die Gefahr der wachsenden Automatisierung handhaben zu können, müssen HR Teams für die notwendige Transparenz im Unternehmen sorgen (lesen Sie dazu auch Für den Arbeitsplatz der Zukunft gewappnet sein). So sollten Skills und Erfahrungen aller Mitarbeiter nachvollziehbar sein, um sie entsprechend einsetzen und fördern zu können. KI kann dabei wiederum helfen, die Qualifikationen der Mitarbeiter up-to-date zu halten und entsprechende Fördermaßnahmen in die Wege zu leiten.

 

Fazit: HR muss technisch up-to-date bleiben

Die Möglichkeiten von KI werden wachsen. Die HR muss mit den Entwicklungen mithalten, um vor allem die Hypervernetzung der Arbeitskraft bestmöglich managen zu können. Neben den aktuellen Herausforderungen werden zukünftig noch weitere aufkommen, die frühzeitig angegangen werden müssen. Der einzige Weg: Die technischen Möglichkeiten annehmen und den Nutzen für das eigene Unternehmen bestimmen, so dass die Mitarbeiter zufrieden und motiviert bleiben. Im Fokus sollte somit stehen, was die Mitarbeiter brauchen und wonach sie streben – sowohl im Hier und Jetzt als auch in Zukunft.