Feedback mal anders – Die Vorzüge einer vorgezogenen Beurteilung

10. Januar 2019
Vorteile eine vorgezogenen Beurteilung

Eine vorgezogene Beurteilung hat Vorteile gegenüber dem klassischen Feedback – Das Feedback gehört in jede gute Unternehmenskultur. Ziele werden erreicht und Mitarbeiterzufriedenheit sichergestellt. Das Bedürfnis der Mitarbeiter nach Beurteilung wird erfüllt und verspricht bessere Ergebnisse. Umgekehrt ist auch Feedback seitens der Mitarbeiter gefragt. Ihre Beurteilung von Maßnahmen, Prozessen und Führungsstilen trägt dazu bei, dass die Performance des gesamten Unternehmens optimiert wird.

Feedback orientiert sich immer an Vergangenem. Wie wäre es, wenn eine Performance bereits im Vorhinein bewertet wird, so dass im Vorhinein eine gute Performance sichergestellt wird? Wie eine vorgezogene Beurteilung umgesetzt werden kann und was sie bringt, zeigen die folgenden Aspekte eine Bewertung vor der Performance.

 

Gründe für das Vorziehen von Feedback

Das Feedback nach einer Performance ist wichtig. Eine Beurteilung im Vorhinein kann zusätzlich zu einer optimalen Performance beitragen. Im Fokus steht die Sammlung von Ideen für ein zukünftiges Projekt. So kann im Vorhinein herausgestellt werden, welche Kriterien für ein Projekt relevant und erfüllt sein müssen. Von Interesse ist, was der einzelne an sich selber ändern kann und welche Anpassungen des Umfelds nützlich sind, um eine bestmögliche Performance zu erreichen. Aus verschiedenen Gründen erweist sich eine vorgezogene Bewertung als sinnvoll.

 

1. Eine Performance in die richtige Richtung lenken

Wir können die Vergangenheit nicht ändern, die Zukunft aber schon. Die Bewertung im Vorhinein unterstützt eine positive Ausrichtung der bevorstehenden Performance. Ein guter Weg ist die Bereitstellung von Ideen, wie Mitarbeiter bei zukünftigen Projekten erfolgreicher vorgehen können oder welche Kriterien im besten Fall erfüllt sein sollten.

 

2. Eine positive Wirkung der Beurteilung erreichen

Bei Feedback wird oftmals hervorgehoben, was falsch gelaufen ist. Dabei wird überwiegend aufgezeigt, wer was wann falsch gemacht hat. Mit der Diskussion über Fehler, Probleme und Defizite geht immer eine negative Note einher. Der Empfänger des Feedbacks nimmt dadurch automatisch eine Abwehrhaltung ein. Produktiver ist es, vorher den besten Weg aufzuzeigen, anstatt Vergangenes lediglich als negativ zu bewerten. Eine vorgezogene Beurteilung wird wesentlich positiver aufgefasst. Außerdem fokussiert sie sich mehr auf Lösungen als auf Defizite.

 

3. Beurteilungen werden besser angenommen

Es zeigt sich, dass für besonders engagierte Mitarbeiter eine vorgezogene Beurteilung hilfreicher ist. Sie bevorzugen Anregungen, mittels derer sie ihre Ziele noch besser erreichen. Vor allem neigen sie dazu, negative Bewertungen abzuwehren. Wir alle nehmen Feedback besser an, wenn es mit unserem Selbstbild übereinstimmt. Engagierte Mitarbeiter haben ein besonders positives Selbstbild und nehmen eine vorgezogene Beurteilung darum besser an.

 

4. Kenntnisse über eine Person sind nicht notwendig

Die Beurteilung im Vorhinein kann von jedem erfolgen, der sich mit dem anstehenden Projekt gut auskennt. Eine persönliche Erfahrung mit dem Empfänger ist nicht erforderlich. Vielmehr zeigt sich, dass eine Beurteilung von unbekannten Personen besonders gut angenommen wird. Der Empfänger zeigt Begeisterung dafür, wie viel er von dieser Person lernen kann. Während Feedback also gute Kenntnisse über eine Person voraussetzt, sind bei einer vorgezogenen Beurteilung gute Ideen zum Erreichen der Ziele ausschlaggebend.

 

5. Die Beurteilung wird nicht persönlich genommen

Eine vorgezogene Beurteilung wird längst nicht so persönlich genommen wie ein Feedback. Ein konstruktives Feedback fokussiert sich auf die Performance und nicht auf die Person. Überwiegend wird das Feedback trotzdem persönlich genommen. Das Selbstbild ist eng geknüpft an den beruflichen Erfolg. Feedback wird darum automatisch auf einer persönlichen Ebene angenommen. In einer vorgezogenen Beurteilung kann hingegen keine persönliche Kritik einfließen, da sie sich auf die Zukunft bezieht.

 

6. Ein Debattieren über Performance umgehen

Ein weiterer Vorteil einer vorgezogenen Beurteilung ist, dass diese wesentlich schneller und effizienter erfolgt als ein Feedback. Das Debattieren von Fehlern und Problemen nimmt Zeit in Anspruch und ist überwiegend nicht produktiv. Indem vorausgesetzt wird, dass die Ideen angenommen werden, geht keine Zeit verloren. Es bleibt kein Raum für Diskussionen, so dass sich eine vorgezogene Beurteilung als wesentlich produktiver herausstellt.

 

7. Hierarchische Strukturen ausgeblendet

Die Beurteilung im Vorhinein einer Performance bringt Manager, Kollegen und Teammitglieder zusammen. Beim Feedback sind Hierarchien spürbar, indem der eine die Performance des anderen zu bewerten hat. Bei einer vorgezogenen Beurteilung ziehen die beteiligten Personen hingegen an einem Strang. Hierbei steht die gegenseitige Unterstützung und Ideensammlung im Vordergrund, um eine bestmögliche Performance zu erreichen.

 

Fazit

Feedback ist nach wie vor unverzichtbar. Eine vorgezogene Beurteilung sollte zusätzlich in Erwägung gezogen werden, um eine bestmöglich Performance der Mitarbeiter und eine erfolgreiche Umsetzung von Projekten sicherzustellen. Insbesondere in der täglichen Interaktion stellt sich eine vorgezogene Beurteilung oftmals als hilfreicher heraus. Das Vorziehen einer Beurteilung gibt ein besseres Gefühl als ein Feedback. Dadurch wird nicht nur die Kommunikation sondern auch das Arbeitsklima gefördert.