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Eintritts- statt Austrittsinterview – wie Sie Personalaustritte vorbeugen

20. November 2019
Neben Austrittsinterview bereits Eintrittsinterviews führen, um Mitarbeitererwartungen abzustecken und Austritte vorzubeugen. © Monkey Business – stock.adobe.com

Neben dem Austrittsinterview bereits Eintrittsinterviews führen und so Mitarbeiter binden – Ein HR-Experte weiß, dass Kommunikation das wichtigste Werkzeug für ein gut funktionierendes Unternehmen und die Basis für Erfolg ist – und trotzdem kommt es immer wieder zu unerwarteten Mitarbeiteraustritten. Erst im Austrittsinterview wird dann deutlich, was den Mitarbeiter zum Austritt bewegt hat. Was hätte das Unternehmen besser machen können? Wie hätte die HR den Austritt verhindern können?

Das Austrittsinterview enthüllt, was falsch lief, welche Erwartungen nicht erfüllt wurden und was den Mitarbeiter letztlich zum Austritt bewegt hat. Dann ist es jedoch zu spät! Nur wenn Unternehmen von Beginn an erkennen, was einzelne Mitarbeiter von ihrer Anstellung erwarten und wie sie sich einbringen und entwickeln wollen, können die richtigen Mittel und Wege bereitgestellt werden.

Warum also nicht statt eines Austrittsinterviews direkt ein Eintrittsinterview führen und in diesem evaluieren, was neue Mitarbeiter von ihrer Anstellung und dem Unternehmen erwarten? Durch Eintrittsinterviews wird proaktiv für eine gute Mitarbeitererfahrung gesorgt und mögliche Austritte werden vorgebeugt. Hier ein paar Tipps, wie Sie Eintrittsinterviews einführen können.

 

1. Interviewte gezielt auswählen

Nach der Einführung von Eintrittsinterviews jeden Mitarbeiter interviewen? Das stellt eine große Herausforderung dar. Wählen Sie darum im ersten Schritt ein paar Mitarbeiter aus, die noch relativ neu im Unternehmen sind. Auf diesem Weg erfahren Sie nicht nur, wie die Mitarbeiter das Unternehmen bewerten und was sie erwarten, sondern Sie zeigen auch, dass Sie ihre Mitarbeiter ernstnehmen.

Vor der Durchführung eines Eintrittsinterviews sollte dieses wie ein Austrittsinterview vorbereitet sein. Es gilt einen formalen Ablauf festzulegen, der schließlich allen Eintrittsinterviews als Grundlage dient. Dazu zählt der Zeitpunkt, an dem das Interview stattfinden soll. Es könnte beispielsweise in einem geeigneten Zeitabstand zum Onboarding erfolgen.

Ganz wichtig: Führen Sie einen offenen Dialog darüber, was die Mitarbeiter zu einem Austritt bewegen könnte. Wählen Sie dazu eine Umgebung, in der sich Mitarbeiter wohlfühlen und sich wagen, frei zu sprechen. Wie Mitarbeiter zu einem offenen und ehrlichen Feedback ermutigt werden können, lesen Sie auch hier: Das Aufwärtsfeedback – was es bringt und wie es gelingt.

 

2. Die richtigen Fragen stellen

Anders als Feedbackgespräche mit Vorgesetzten sollten Eintrittsinterviews in Form eines direkten Gesprächs zwischen der HR und einzelnen Mitarbeitern erfolgen. Dabei steht nicht die Bewertung von Leistungen im Vordergrund, sondern vielmehr eine offene Diskussion darüber, wie sich der Mitarbeiter im Unternehmen fühlt. Durch verschiedene Fragen können Sie ermitteln, was die Mitarbeiter glauben, wie das Unternehmen versucht, sie zu halten. Doch welche Fragen eignen sich, um hilfreiche Antworten zu erhalten? Hier ein paar Ideen:

Was ist die Motivation, im Unternehmen zu bleiben? Die Antwort auf diese Frage kann bereits verdeutlichen, was die Mitarbeiter an ihrer Arbeit lieben und was sie an dem Unternehmen schätzen. Auf der anderen Seite ist es ebenso sinnvoll zu fragen, was die Mitarbeiter demotiviert. Daraus können Rückschlüsse gezogen werden, wodurch sie in ihrer Arbeit behindert werden und was sie zu einem Austritt bewegen könnte.

Wie viel Zeit in Firmenaktivitäten investiert wird, ermöglicht Rückschlüsse dahingehend, wie sehr sich Mitarbeiter integrieren und ob sie eine positive Unternehmenskultur mitgestalten. Ob Mitarbeiter in Kollegen auch Freunde sehen, kann enthüllen, wie sehr sie sich mit Kollegen vernetzen oder ob sie sich eher zurückziehen.

 

3. Eine Vertrauenskultur schaffen

Ein besonderer Nebeneffekt: Das Vertrauen der Mitarbeiter in die HR steigt. Durch die Einführung von Eintrittsinterviews wird den Mitarbeitern direkt vermittelt, dass die HR nicht nur eine unternehmerische Funktion erfüllt. Vielmehr wird dadurch vermittelt, dass sie für die Leute im Unternehmen da ist. Indem die Mitarbeiter gehört und Probleme gelöst werden, wächst das Vertrauen der Mitarbeiter in die HR und sie äußern aufkommende Probleme direkt. Die Mitarbeiter fühlen sich ernst genommen und sind stärker dazu ermutigt, Feedback zu geben – denn schließlich wird es auch gehört.

Hier erfahren Sie ein paar Tipps, wie Sie Feedback zu einem festen Bestandteil Ihrer Unternehmenskultur machen können: Feedback für eine gute Unternehmenskultur.

 

Fazit: Eintrittsinterviews unbedingt einführen

Ohne Frage, neben dem Austrittsinterview brauchen Unternehmen das Eintrittsinterview. Je eher Unternehmen die Stärken und Schwächen hinsichtlich der Bindung von Mitarbeitern erkennen, desto eher können diese optimiert und mögliche Austritte verhindert werden. Das Eintrittsinterview legt den Grundstein für eine gute Mitarbeitererfahrung und eine starke Mitarbeiterbindung.