Das Aufwärtsfeedback – was es bringt und wie es gelingt

12. September 2019
Gründe für ein Aufwärtsfeedback und wie Mitarbeiter dazu angeregt werden können. © oatawa – stock.adobe.com

Gründe für das Aufwärtsfeedback und wie Mitarbeiter es sich trauen – Die Beurteilung von Vorgesetzten durch Mitarbeiter rückt immer mehr in den Fokus. Warum? Weil sie sich dadurch professionell weiterentwickeln. Die Qualitäten eines guten Vorgesetzten können und sollten stetig ausgebaut werden. Nicht nur für Mitarbeiter, sondern auch für Vorgesetzte ist es darum wichtig, regelmäßig Feedback zu bekommen – sowohl von oben als auch von unten. Dadurch lernt jeder mehr über sich selbst und den eigenen Arbeitsstil.

Nach Feedback zu fragen ist der beste Schritt, um als Vorgesetzter mit gutem Beispiel voran zu gehen und eine Feedbackkultur sowie das Teamvertrauen zu steigern. Die Frage ist: Was kann ein Vorgesetzter tun, um das Aufwärtsfeedback in die Unternehmenskultur zu integrieren und wie können Mitarbeiter zu einem Aufwärtsfeedback ermutigt werden?

 

Mitarbeiter zum Aufwärtsfeedback ermutigen

Das Mitteilen von Aufwärtsfeedback passiert nicht von alleine. Für einzelne Mitarbeiter kann es sich falsch anfühlen, Vorgesetzte zu beurteilen. Insbesondere dann, wenn es ihnen an Selbstvertrauen mangelt oder sie Konsequenzen befürchten, falls das Feedback nicht gut angenommen wird. Als Basis muss darum eine gewisse Sicherheit vermittelt werden – auf Team-Ebene, zwischen Vorgesetzten sowie im ganzen Unternehmen. Sobald sich Mitarbeiter in einer sicheren Umgebung wissen, sind sie geneigter ihre Meinung kundzutun.

Vorgesetzte sollten auf die Rückhaltung von Mitarbeitern achten und diese umso stärker dazu ermutigen, konstruktives Aufwärtsfeedback zu geben. Es hilft zu betonen, dass die Meinung der Mitarbeiter hoch geschätzt wird und ihre Ratschläge als besonders wertvoll angesehen werden. Spontane Beurteilungen durch Mitarbeiter verdeutlichen, was Mitarbeiter von aktuellen Projekten, Ideen und Prozessen halten. Durch das Fragen nach einem spontanen Feedback bemerken die Mitarbeiter zudem, dass jeder im Unternehmen eine Stimme hat.

Vorgesetzte sollten außerdem als gutes Beispiel vorangehen, indem sie selbst ihre eigenen Vorgesetzten beurteilen. Durch eine transparente Kommunikation des eigenen Aufwärtsfeedbacks  werden Teammitglieder dazu angeregt, ebenfalls ein Aufwärtsfeedback zu wagen. Außerdem können Mitarbeitergespräche genutzt werden, um direkt nach Feedback zum eigenen Führungsstil zu fragen. Dadurch zeigen Vorgesetzte, dass sie offen für Kritik und Tipps sind. Auf diese Weise wird ebenso das Teilen von Feedback im gesamten Team angeregt.

Eine weitere gute Möglichkeit für konstruktive Beurteilungen ist ein anonymes Feedback. Vielen fällt es schwer, Personen eine ehrliche Beurteilungen direkt zu geben. Durch die Ermöglichung eines anonymen Feedbacks zeigt ein Vorgesetzter vor allem, dass eine Feedback-Kultur gewünscht und er offen für die Meinungen der Mitarbeiter ist.

 

Ehrliches Feedback von Mitarbeitern sicherstellen

Es gibt verschiedene Weg, als Vorgesetzer ein ehrliches Feedback der Mitarbeiter sicherzustellen. Es kann helfen, nach Beispielen zu fragen, welche die Situationen oder das Verhalten verdeutlichen, auf die sich die Beurteilung bezieht. Dadurch kann der Vorgesetzte den Kontext nachvollziehen und das Feedback besser umsetzen.

Von zentraler Bedeutung ist außerdem eine gemeinschaftliche Firmenkultur. Jeder einzelne sollte das Gefühl haben, einen bedeutenden Beitrag zum Unternehmen beizusteuern. Wie automatisch verbessert sich dadurch das Engagement, da sich jeder in seinem Tun bestärkt fühlt. Zugleich wird jeder auch dair bestärkt, seine Meinung kundzutun und Prozesse optimieren zu wollen. Letztlich erfolgt mehr Feedback zu Prozessen, bei denen ein optimierungsbedarf gesehen wird und zugleich sind Mitarbeiter offener für konstruktive Kritik und Wandel.

 

Aufwärtsfeedback richtig annehmen

Auch in Sachen Feedback annehmen kann ein Vorgesetzter als gutes Beispiel voran gehen. Indem das Feedback gut angenommen wird, erkennen Mitarbeitern, dass sie keine Angst vor einer negativen Reaktion haben müssen. Was dabei vor allem zu beachten ist: Das WAS sollte im Vordergrund stehen und weniger, WER das Feedback gegeben hat. Persönliche Gefühle oder Vorurteile gegenüber dem Feedback-Geber sind fehl am Platz. Im Fokus sollte ausschließlich die Idee hinter dem Feedback stehen.

Zu bedenken ist auch, dass Vorgesetzte dazu veranlagt sind, das Gesamtbild im Blick zu haben. Mitarbeiter haben hingegen eine bestimmte Perspektive aus ihrer Rolle heraus. Dadurch können Meinungsunterschiede entstehen. Selbst wenn die Meinungen mal auseinander driften, sollte ein Feedback dennoch immer anerkannt werden. Auf der anderen Seite sollten auf ein valides Feedback direkt Taten folgen, um zu zeigen, dass dieses nicht nur zur Kenntnis genommen wurde.

 

Fazit

Das Aufwärtsfeedback hilft nicht nur eine gute Teamkultur zu schaffen. Vorgesetzte können dadurch das Vertrauen im Team steigern. Mitarbeiter fühlen sich schließlich wohler dabei, ihre Meinung zu teilen. Je mehr Feedback bei den Vorgesetzten ankommt, umso besser können sie ihr Team unterstützen und ebenso ihre eigene Professionalität fördern. Eine Feedback-Kultur im gesamten Unternehmen ist der beste Weg, um Vorgesetzte in ihrer Rolle und die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu fördern.