Agiles Arbeiten in HR – Wie HR agil werden kann (und sollte)

11. October 2018
Wie HR agil werden kann und muss

Agiles Arbeiten erweist sich immer mehr über die Softwareentwicklung hinaus als effiziente Arbeitsmethode – In sämtlichen Unternehmensbereichen verspricht die Einführung agiler Arbeitsstrukturen eine erhebliche Steigerung von Produktivität und Effizienz. Warum also sollte sich nicht auch die HR agiles Arbeiten zu Nutze machen?

 

Unzählige Anleitungen unterstützen die Einführung und Umsetzung agiler Arbeitsmethoden in der IT. Dahingegen sind Informationen zur Einführung agiler Arbeitsstrukturen in HR eher Mangelware. Mit Folgen: Die agilen Arbeitsstrukturen vertragen sich nicht mit der fehlenden Agilität der HR. Dies äußert sich insbesondere in der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit und Kommunikation. Was muss sich also ändern, damit HR agiler wird?

 

Prozesszyklen anpassen

Agiles Arbeiten basiert auf kurzen Arbeitszyklen, regelmäßigen Reflektionen und häufigen Prozessveränderungen durch unmittelbares Feedback. Und da ergibt sich bereits die erste Schwierigkeit: Die Arbeitszyklen in der HR sind langwieriger. Es ist von zentraler Bedeutung, die Aufgaben der HR immer wieder an die Veränderungen in der Unternehmenskultur anzupassen. So auch an neue Arbeitsstrukturen. Die Prozesse der HR sollten in kleinere Zyklen unterteilt werden. So wird ein agiles Arbeiten in HR und zugleich eine effizientere Interaktion mit agilen Teams möglich.

 

Auf einer Ebene kommunizieren

Ein weiteres Problem entsteht in der Kommunikation zwischen den Abteilungen. Agile Teams sind mit dem Fachvokabular des agilen Arbeitens vertraut. Abteilungen ohne agile Strukturen sind mit diesem hingegen überfordert. Dadurch ist es für agile Teams schwierig, die neue Arbeitsweise auch über ihre Tätigkeiten hinweg vollends im Unternehmen zu praktizieren. Die Unternehmenskultur befindet sich jedoch in einem stetigen Wandel. Mit ihr wandelt sich auch die Kommunikation sowie das gebräuchliche Vokabular im Unternehmen. Damit die unternehmensweite Kommunikation funktioniert, muss sich jeder Bereich den Veränderungen anpassen. Dementsprechend muss die HR sich mit dem Fachvokabular des agilen Arbeitens vertraut machen und auf die eigenen Strukturen übertragen.

 

Ein agiles Mindset festigen

Unternehmen befinden sich im ständigen Wandel, mit welchem sich auch das Mindset der Mitarbeiter stetig erweitert. Agile Strukturen fördern ein kollaboratives Arbeiten und stärken die Teamkultur. Abteilungen ohne agile Strukturen legen den Fokus hingegen auf andere Werte und Ziele. Dadurch treffen unterschiedliche Vorstellungen von qualitativer Arbeit aufeinander. Darum ist es wichtig, dass ein gleiches Mindset und mindestens ein gegenseitiges Verständnis des anderen Mindsets vorhanden ist. HR Abteilungen müssen die verschiedenen Mindsets nachvollziehen können. Insbesondere für die Mitarbeiterzufriedenheit ist entscheidend, dass die HR einschätzen kann, welcher Mitarbeiter sich mit welchen Strukturen und Methoden wohlfühlt.

 

Agile Teams verstehen

HR muss ein Gefühl für agiles Arbeiten bekommen, um es entsprechend im Unternehmen fördern und sich selbst anpassen zu können. Es ist darum empfehlenswert, sich agile Teams genau anzuschauen und das agile Arbeiten mitzuerleben. Nur so kann die HR wirklich nachvollziehen, was es heißt, agil zu arbeiten. Es besteht außerdem die Möglichkeit, sich mit den agilen Arbeitsweisen anderer Unternehmen vertraut zu machen, die bereits erfolgreich agil arbeiten. Beim Besuch agiler Teams ist von Interesse, was den einzelnen Mitgliedern am agilen Arbeiten gefällt, was sie frustriert und was sie von Kollegen erwarten. Wichtig ist insbesondere, was sie sich von der Arbeit im Team versprechen und dass das richtige Mindset gegeben ist. Dieses gilt es zu fördern, damit agiles Arbeiten gelingt.

 

Agile Praktiken nutzen

Verschiedene Praktiken unterstützen das agile Arbeiten in Teams. Dazu zählt auch die Retrospektive. Bei dem regelmäßigen Meeting nach jedem Projektzyklus wird besprochen, wie erfolgreich das Projekt verlief und ob es Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Die Abstände zwischen den Retrospektiven werden so kurz wie möglich gehalten, damit neue Ideen direkt miteinander geteilt werden und das Vorgehen beurteilt werden kann. Auch HR Teams können von Retrospektiven profitieren. So bietet es sich für Recruiter an, in regelmäßigen Treffen neue Erkenntnisse zur Optimierung des Bewerbungsprozesses auszutauschen. Durch Retrospektiven kann sichergestellt werden, dass die HR Arbeit den größtmöglichen Beitrag zum Unternehmenserfolg liefert. Ansonsten werden in mehreren kleinen Zeitperioden bis zur nächsten Retrospektive entsprechende Prozesse nach und nach optimiert.

 

Fazit

Agiles Arbeiten bringt viele Vorteile. Um diese auch wirklich ausschöpfen zu können, muss das richtige Mindset im Unternehmen vorherrschen. HR muss sich den agilen Strukturen anpassen, denn nur dann können Produktivität, Effizienz und Leistung eines Unternehmens erreicht werden.