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Social HR – Trends der Personalwelt unter der Lupe

4. Dezember 2019

Die Rolle von Social HR heute und in Zukunft – Die Adventszeit signalisiert uns: Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Ein Jahr, in dem die HR neue Entwicklungen und Innovationen erlebt hat. Social HR, Gamified HR, Mobile HR, Agile HR – diese vier Trends werden mit Sicherheit auch in 2020 die Personalwelt beschäftigen. Bevor also das neue Jahr anbricht, bringen wir Sie und uns auf den aktuellen Stand, warum diese Trends die HR bewegen, welchen Einfluss sie haben und wie sie sich weiterhin entwickeln könnten.

 

Social HR – Was ist damit gemeint?

Wir starten unsere Blogreihe mit einem der größten Trends aus diesem Jahr: Social HR. Allerdings ist nicht immer klar, was genau hinter diesem Begriff steckt und was alles unter Social HR fällt. Handelt es sich um die unternehmensinternen Regelungen in Bezug auf Facebook und Co? Geht es um das Rekrutieren von Talenten über soziale Netzwerke? Sprechen wir von unternehmenseigenen sozialen Netzwerken?

Um den Einstieg in das Thema zu erleichtern, unterscheiden wir zunächst zwischen externen und internen Systemen von Social HR. Unter die externen Systeme fallen bekannte soziale Netzwerke wie Twitter oder LinkedIn. Die internen Systeme gehören in der Regel der Kategorie Social HR Software an, zu denen auch das soziale Intranet als ein zentrales Tool für die interne Zusammenarbeit zählt.

Aus dieser Unterscheidung wird dennoch nicht deutlich, welche Bedeutung sowohl externe als auch interne Systeme für Social HR haben. Wir schauen uns darum verschiedene Bereiche der HR an, in denen diese Systeme zunehmend eine Rolle spielen.

 

1. Social Intranet – Der neue Kompagnon der HR

Das soziale Intranet unterstützt wie das klassische Intranet die organisationsinterne Kommunikation sowie die Steuerung von Prozessen. Es fördert den Informationsaustausch und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern.

Über das klassische Intranet hinaus bietet das soziale Intranet verschiedene Elemente von sozialen Netzwerken. Mitarbeiter können eigene Profile anlegen und eigenständig Inhalte verbreiten. Über eine Aktivitätenanzeige kann jeder Nutzer nachvollziehen, welche Änderungen oder Ergänzungen vorgenommen wurden. Mitarbeiter können in Gruppen kollaborativ zusammen an Projekten arbeiten, aber auch andere Interessen miteinander teilen.

Das soziale Intranet kann zudem als digitale Personalakte gesehen werden. Es ist wie ein Mitarbeiterverzeichnis, welches obendrein sämtliche Handbücher, Formulare und andere Ressourcen zur Verfügung stellt. Dadurch unterstützt es eine zentrale Aufgabe der HR: Eine transparente Mitarbeiterverwaltung und die Bereitstellung zentraler Formulare und Dokumente.

Vor allem löst es die Herausforderung, eine zunehmend globale Arbeitskraft zu vernetzen. Über das soziale Intranet sind alle Mitarbeiter, egal von wo aus sie arbeiten, in das Unternehmensgeschehen eingebunden. Es bringt somit grenzen- und generationsübergreifend die Mitarbeiter eines Unternehmens zusammen.

 

2. Social Employer Branding – Mitarbeiter gewinnen und binden

Im Bereich Employer Branding spielen soziale Netzwerke eine immer größere Rolle. In der Personalbeschaffung sind soziale Netzwerke wie Xing und LinkedIn unlängst zentrale Kanäle, um geeignete Talente zu erreichen. Aber auch Karriereseiten auf Facebook und Co eignen sich dazu, junge Talente zielgerichtet anzusprechen und sich als modernen Arbeitgeber zu präsentieren.

Um Top-Talente finden und erreichen zu können, müssen sie dort gesucht werden, wo sie sich täglich aufhalten: Auf Social Media. Das Social Recruiting gewinnt darum immer mehr an Bedeutung. Über die sozialen Netzwerke können nicht nur passende Kandidaten gefunden, sondern auch zielgerichtet angesprochen und überzeugt werden. Dadurch wird das Onboarding neuer Mitarbeiter automatisch bereichert, indem diese bereits die Unternehmenskultur erkunden und sich mit bestehenden Mitarbeitern vernetzen können.

 

3. Social Development – Entwicklung und Karrierechancen bieten

Soziale Tools schaffen eine feste Lernkultur, indem Mitarbeiter diverse Trainingsangebote leichter wahrnehmen können. Unter Social Learning wird das Lernen unter Nutzung sozialer Tools verstanden. Dabei steht die Vernetzung von Lernenden und das Erarbeiten sowie Anbieten von Lernmaterialien im Fokus. Es entsteht ein kontinuierlicher Lernprozess, welcher die punktuelle Weiterbildung in Unternehmen zunehmend ablöst.

Sogenannte Communities of Practice werden zukünftig immer bedeutender. Diese haben den Mehrwert, dass sich die Lernenden untereinander austauschen können. Durch Social Learning werden schließlich Informationssilos abgebaut und fundierte Entscheidungen möglich. Mitarbeiter werden außerdem stärker an das Unternehmen gebunden und können somit besser gehalten werden.

 

4. Social Retention – Mitarbeiter im Unternehmen halten

Retention Management gewinnt in Zeiten des Fachkräftemangels immer mehr an Bedeutung. Mitarbeiter binden und halten – das ist die zentrale Herausforderung heutiger Unternehmen. Sie müssen den Mitarbeitern die passenden Anreize bieten, um diese und somit qualifizierte Arbeitskraft im Unternehmen zu halten.

Interne soziale Tools bieten Mitarbeitern verstärkt die Chance, sich aktiv in das Unternehmen einzubringen. Daraus entsteht eine stärkere Identifikation mit dem Unternehmen und die Mitarbeiter fühlen sich wertgeschätzt. Letztlich werden sie nicht nur motivierter, sondern zugleich stärker an das Unternehmen gebunden.

 

Fazit: HR ohne Social ist nicht mehr möglich

In diversen Kernbereichen der HR nimmt die Bedeutung von Social HR zu – sei es die Kommunikation mit Mitarbeitern über das Social Intranet oder das Erreichen und Überzeugen von Top-Talenten über soziale Netzwerke. Zum einen werden durch Social HR diverse Aufgaben der HR erleichtert. Zum anderen geht es wohl auch zukünftig nicht mehr ohne sie, um Mitarbeiter gewinnen und binden zu können. Die Bedeutung von Social HR in Unternehmen wird zunehmen und immer neue Bereiche und Prozesse einschließen sowie in immer neuer Form auftreten, da sich der Bereich Social Media stetig weiterentwickelt. Die HR muss also am Ball bleiben.