Employee Experience – Ganz so einfach ist es nicht

2. Mai 2019
Was eine gute Employee Experience braucht © alexander132 – stock.adobe.com

Was braucht eine gute Employee Experience und wo liegen die Schwierigkeiten – Warum die Employee Experience immer mehr zum Thema wird? Sie ist mittlerweile Ausgangspunkt aller Prozesse und Aufgaben in der HR. Programme wie Mitarbeiterengagement, Führungsentwicklung oder Performance-Management sind Teil der Employee Experience. Unzählige neue Systeme helfen, sie zu ermitteln und zu verbessern. Darüber hinaus gibt es so gut wie kein System, das nicht Bezug auf sie nimmt.

Ein Großteil der Mitarbeitererfahrung ist bestimmt von der Nutzbarkeit solcher Technologien und der Umsetzung der Programme. Viele bieten jedoch nicht das, was eine gute Employee Experience braucht. Aber auch hinsichtlich der richtigen Anwendung solcher Technologien zeigen sich immer wieder Schwachstellen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass das Thema breitgetreten wird und dadurch verschiedene Methoden und Ansichten verschmelzen. Was ist also die richtige Methode zur Steigerung der Employee Experience? Verschiedene Ansatzpunkte helfen, die Employee Experience sowie Produktivität, Wohlsein und Leistung der Mitarbeiter zu fördern.

 

Mitarbeiter verstehen mit Design Thinking

Sich in die Mitarbeiter hineinversetzen und ihre Bedürfnisse verstehen – dabei helfen Mitarbeiterbefragungen, Gespräche oder auch Workshops. Die Mitarbeiter vermitteln, was sie verärgert und was ihre Arbeit erschwert. Die Employee Experience kann jedoch nicht im gesamten Unternehmen gleichzeitig optimiert werden. Ein guter Ansatz ist es, diese von Abteilung zu Abteilung zu ermitteln und schließlich zu verbessern. Angefangen bei den grundlegenden Bereichen wie HR und IT können dann spezifische Bereiche und wichtige Positionen angegangen werden.

 

Die zentralen Prozesse zuerst

Wichtig ist auch, zunächst zentrale Aspekte anzugehen und wichtige Prozesse zu optimieren. Onboarding, Jobwechsel oder Versetzungen – solche Vorgänge können ausbremsen, wenn sie zu umständlich sind. Jedes Unternehmen sollte seine zentralen Vorgänge genauer betrachten und schließlich bessere Lösungen erarbeiten. Der Onboarding-Prozess spielt dabei eine besondere Rolle. Dieser ist komplex und oftmals unvollständig. Ohne ein strategisches Onboarding sind Kündigungen vorprogrammiert, denn eine katastrophale erste Woche im neuen Job setzt beim Mitarbeiter einen langfristigen Eindruck vom Unternehmen.

 

Lösungen abteilungsübergreifend erarbeiten

Lösungen sollten gemeinsam mit leitenden Positionen und der Geschäftsführung erarbeitet werden. Auch IT und Finance sollten direkt hinzugezogen werden, um zielgerichtet geeignete Lösungen zu finden. Die Employee Experience kann außerdem nicht verbessert werden, wenn die Mitarbeiter selbst nicht in den Prozess involviert sind. In Zusammenarbeit mit diesen können alte und unvollständige Prozesse angegangen werden, indem neue Lösungen kreiert und die Arbeit letztlich erleichtert wird.

 

Geeignete Systeme einführen

Längst nicht jedes System ist für die spezifischen Anforderungen eines Unternehmens geeignet. In vielen Unternehmen hat die Einführung eines HR-Systems nicht zwangsläufig die Employee Experience verbessert. Die Wahl neuer Systeme kann dann in Erwägung gezogen werden. Neue Systemprojekte sollten jedoch nicht ohne den richtigen Fokus angegangen werden. Andernfalls bleibt der gewünschte Effekt aus. Warum? Weil diese nicht die Employee Experience in den Fokus stellen, sondern in erster Linie die Anforderungen der IT erfüllen. Es kommt jedoch vielmehr auf einfache Prozesse und eine gute Bedienbarkeit an.

 

Prozesse vereinfachen

Unternehmen neigen oftmals dazu, Prozesse zu verkomplizieren. Diese wachsen jedoch und befinden sich im ständigen Wandel. Umso wichtiger ist es, Prozesse zu vereinfachen und die Menschen im Unternehmen dabei mitzunehmen. Da kommt People Analytics ins Spiel. An welchen Stellen verschwenden Mitarbeiter am meisten Zeit? Wie viel Aufwand steckt hinter welcher Aufgabe? Wie gehen Mitarbeiter in ihrer Arbeit vor? Mit den richtigen Befragungssystemen und einer guten Ausstattung an Instrumenten können Daten und Analysen Teil des Plans werden.

 

Fazit

Die Employee Experience ist heute essentiell für Unternehmen. Letztlich kommt es vor allem darauf an, dass Arbeitsprozesse erleichtert werden. Dies kann auch bedeuten, dass Jobs neu gestaltet werden. Unternehmen müssen sich von Prozessen verabschieden, die nicht mehr von Nöten sind und im Sinne der Employee Experience bestehende Prozesse oder Systeme umstellen.